Im Gleichgewicht

11. Juli, 201209:14 von

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So ├Ąhnlich war meine Begr├╝ssung zu unserem Sommerkonzert am 1. Juli in der Schranne – ein paar Sch├╝ler f├╝hlten sich sichtlich angesprochen und grinsten mich an!

Das Foto auf unserem diesj├Ąhrigen Konzertprogramm zeigt eine Bronzestatue, die meine Sch├╝lerin┬áAnne Meindl geschaffen hat. Ich sah sie zum ersten Mal in einer Ausstellung im Ganserhaus, an der Anne teilnehmen durfte, da sie einen Preis gewonnen hatte. An dem Tag sprach mich die auf einer Kugel balancierende und mit ├╝bergrossen Armen nach Gleichgewicht suchende Figur sofort an. Wahrscheinlich war es einer der Tage, an denen ich selber┬ámehr oder weniger erfolgreich┬áversuchte, alle meine Rollen unter einen Hut zu bringen: die der Ehefrau, Freundin, Tochter, Schwester, Klavierlehrerin, Pianistin… Und bei Ihnen als Eltern kommt noch eine ganz wichtige, fordernde und sch├Âne Aufgabe dazu, die wahrscheinlich mehr Zeit und Nerven kostet, als ich mir vorstellen kann. Die t├Ągliche neue Herausforderung f├╝r mich ist sicher, nicht nur Lehrerin, sondern auch Pianistin zu bleiben.┬áAnnes Statue f├╝hrt mir eindrucksvoll vor Augen, wie ich nicht durchs Leben gehen will – immer rudernd und auf einem schl├╝pfrigen Untergrund nach Halt suchend. Stattdessen will ich, wie diese Figur, wissen, wo meine Mitte ist, und daraus St├Ąrke und Kraft f├╝r die allt├Ąglichen Balanceakte ziehen.

Dann dachte ich mir, ich k├Ânnte die junge K├╝nstlerin selber fragen, was sie eigentlich mit der Figur ausdr├╝cken wollte. Das war interessant, denn es ging in eine ganz andere Richtung…┬á Anne meinte erst, es soll einfach ein Kugell├Ąufer im Zirkus sein, der mit langsamen Schritten die Kugel bewegt und selber im Gleichgewicht bleibt. W├Ąhrend wir uns unterhielten, kamen wir darauf, dass das eine wunderbare Parallele zum Klavierspielen, zum Lernen allgemein oder einfach zu allem hat, was man sich im Leben vornimmt: solange man kontinuierlich und mit kleinen Schritten dabeibleibt, l├Ąuft es. Bremst man abrupt ab, f├Ąllt man von der Kugel, muss sich m├╝hsam aufrappeln, vielleicht erst mal seine Blessuren versorgen, und braucht lange, um wieder in der gewohnten Bewegung zu sein.

Also – lasst uns dranbleiben! Und wenn es nur winzige Schritte am Tag sind, aber daf├╝r jeden Tag!

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Herzlichen Gl├╝ckwunsch an meine Nebenfach-Klavier-Aufnahmepr├╝fungsleute! Ich wusste, dass es hervorragende Musiker sind – die beiden Achtzehnj├Ąhrigen haben an zwei bzw. vier Hochschulen f├╝r Konzertfach bestanden. Ich bin stolz, solche Menschen begleiten zu d├╝rfen, und freue mich auf das, was noch kommt!