Spass mit FĂŒnftonlagen

Februar 2, 2016

Es ist immer wieder erstaunlich, in welchem Zickzackkurs Lernen verlĂ€uft. Man erklĂ€rt, macht vor, lĂ€sst den SchĂŒler nachspielen, wiederholt, beleuchtet die Sache von einem anderen Blickwinkel, wiederholt wieder, gibt fĂŒr eine Woche die Hoffnung auf, erklĂ€rt noch mal, lĂ€sst noch mal vormachen, ĂŒberlegt, ob man nicht doch noch Architektin werden soll, erklĂ€rt trotzdem noch mal […]

Investitionen

Januar 16, 2016

Nachdem ich mit einem hauptsĂ€chlich cellospielenden KlavierschĂŒler ein Saint-Saens – KonzertstĂŒck lĂ€nger als geplant geprobt hatte, meinte seine Mutter beim Abholen: “Warum tun Sie das? Sie verschenken ihr Talent an die Kinder.” Mit uns beiden, ihm, der nĂ€chsten SchĂŒlerin und dem Cellokasten ist unser Flur gestopft voll. Ich bin noch völlig eingehĂŒllt in die herrliche Musik, […]

Staunen

Dezember 19, 2015

Nachdem mich meine kleinen SchĂŒler gnadenlos ĂŒber die Nicht-Existenz von Nikolaus, Engeln und anderen himmlschen Gestalten aufgeklĂ€rt hatten, war ich ein paar Tage doch ernĂŒchtert. Und dachte, die MĂ€rchenzeit, die ganz verzauberte Kinderzeit, endet inzwischen wahrscheinlich auch frĂŒher als noch in meiner Kindheit. Und dass ich es vielleicht einfach hinnehmen muss. Aber dann – war ich […]

Wunder

Dezember 1, 2015

Manchmal werden Kinderchen zu mir gebracht, die schlapp und gummiartig am Arm ihrer Mutter hĂ€ngen und sich kaum mehr auf eigenen Beinen halten können. Bilder des Jammers. (Fortgeschritten in der Kunst des Simulierens?) WĂ€hrend sie irgendwo in Nabelhöhe von Erwachsenen den Kopf hĂ€ngen lassen, erklĂ€ren mir die MĂŒtter, dass es XY heute gar nicht gut geht […]

Mehr Nebel, bitte!

November 14, 2015

Meine Sonntagszeitung und ich haben eine besondere Beziehung: ich kann schwer ohne sie leben, aber manchmal muss sie sehr geduldig warten, bis sie zu Ende gelesen wird. Oft ĂŒber den nĂ€chsten Sonntag hinaus. Aber ich will mir ja nichts entgehen lassen, also schlug ich heute morgen eine Seite im Wissenschaftsteil um und – hatte einen […]

Wo bleibt der Nebel?

November 11, 2015

“FrĂŒher, als ihr noch lange nicht auf der Welt wart und die Tante noch jung, da gab es richtig dunkle, kalte Herbsttage, an denen man es sich zuhause gemĂŒtlich machte. Manchmal lag im November schon Schnee. Auf jeden Fall gab es viel, viel Nebel. Morgens ĂŒber dem kleinen Fluss unten im Tal, oder abends, wenn es […]

Mittagstisch

Oktober 21, 2015

Je lĂ€nger ich unterrichte, desto mehr Ideen habe ich, wie man die Hochschulausbildung praxisnĂ€her gestalten könnte. Vielleicht – hoffentlich – hat sich auch viel geĂ€ndert seit meinen Studientagen. Oder möglicherweise sollen ehrgeizige Liszt-Nachfolger/innen, die nur aus VernunftgrĂŒnden das pĂ€dagogische Diplom dranhĂ€ngen, nicht komplett abgeschreckt werden? Fakt ist aber, dass ein Praktikum im Kindergarten nicht schaden wĂŒrde […]

Wie man neue SchĂŒler findet

Oktober 18, 2015

Passend zum Schuljahresbeginn zwei (wahrscheinlich nur in der Kleinstadt geltende) Tipps, wie man an neue SchĂŒler kommt: 1. Rausgehen In der grössten Julihitze schwamm ich arglos mitten in einem See, extra ein paar Kilometer vor der HaustĂŒr, damit ich keine SchĂŒler oder Bekannten treffe. Dass das Vorhaben missglĂŒckt was, merkte ich daran, dass eine Frau auf […]

Im Olymp

September 25, 2015

Dieses Schuljahr habe ich mir fest vorgenommen, mich bewusst um meine Seele und meine wirklichen Leidenschaften zu kĂŒmmern. Nicht nur stĂ€ndig zu funktionieren und fĂŒr andere da zu sein, sondern zwischendurch auch zu schauen, was mich eigentlich am Leben erhĂ€lt. Was gibt es Besseres als einen Opernbesuch, um diesen Vorsatz umzusetzen? Da blĂŒhe ich wirklich […]

Bei der Klavierbauerin

August 29, 2015

KĂŒrzlich habe ich eine SchĂŒlerin zum Klavieraussuchen begleitet. Wir fuhren, wie man das so macht, in ein grosses, alteingesessenes KlaviergeschĂ€ft in der Stadt. Schon von aussen strahlte es Gediegenheit aus. Die Fassade gepflegt und sauber, die Fenster, hinter denen die wertvollen Instrumente glĂ€nzten, gross und makellos durchsichtig. Auch innen hatte man das GefĂŒhl, einen besonderen […]